• Am Freitagabend ist im Theater am Goetheplatz der Faschismus aufgehalten worden, jedenfalls für gut eine Minute. Benjamin Piel, Chefredakteur des Weser-Kurier, hat sie im Feuilleton seines Blatts festgehalten: Ein Teil des Premierenpublikums skandierte „Halt die Fresse“, als der Schauspieler Manolo Bertling zum Schlussmonolog von Tiago Rodrigues‘ „Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten“ ansetzte.…

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  • Der Herausgeber

    Michael Buckmiller gestorben: Nachruf auf den Herausgeber der Karl-Korsch-Gesamtausgabe

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  • Über den Angriff auf ARD und ZDF und warum Bremen seinen eigenen Sender braucht Was der Kulturstaatsminister auf einer nichtöffentlichen Tagung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin gesagt haben soll, erfuhr die Öffentlichkeit über ungenannte Teilnehmer, die es der Katholischen Nachrichten-Agentur weitererzählten. Man werde überdenken müssen, ob es ARD und ZDF in ihrer heutigen Form noch brauche.…

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  • Niedersachsen nach der Kommunalwahl 2026 Die Kommunalwahlen in Niedersachsen sind ausgezählt. Bei den Kreiswahlen liegt die CDU mit 27,2 Prozent vor der SPD mit 24,6. Die AfD erreicht 15,9 Prozent und wird drittstärkste Kraft. Die Grünen kommen auf 14,1 Prozent, die Linke auf 6,0. Das BSW erhält 1,0 Prozent und 23 der 2.350 Kreismandate. Ergebnis…

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  • Vor Heinrich Vogelers Aufbau der zentralasiatischen Sowjetrepubliken aus dem Jahr 1927 bleibt man unwillkürlich länger stehen. Das Bild besitzt jene eigentümliche Spannung, die große historische Dokumente auszeichnet: Es bewahrt die Hoffnung einer Epoche und trägt zugleich bereits die Spuren ihres Scheiterns in sich. Vogeler wollte eine Welt im Aufbau zeigen. Die kubistisch gegliederte Komposition löst…

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  • Vor genau 45 Jahren stand ich in der Bremer Kunsthalle zum ersten Mal vor diesem Gemälde des Spätromantikers Friedrich Nerly und schrieb darüber. Das Bild hat sich seitdem nicht verändert, ich schon. Vielleicht ist es ja meine „Ansicht von Delft“. Auch Nerly kehrt in diese Vedute zurück, als Randfigur unten rechts: Der Begleiter, der die…

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  • Hundert Jahre Positano-Exposé

    Alfred Sohn-Rethel: Exposés zur materialistischen Kritik der Erkenntnis Hundert Jahre nach seiner Entstehung liegt nun jenes Projekt in einer eigenen Edition vor, mit dem Alfred Sohn-Rethel den Zusammenhang von Warenform und Denkform zu entschlüsseln versuchte. Der dritte und letzte Band der Werkausgabe bei ça ira versammelt die Exposés zur materialistischen Kritik der Erkenntnis in zwei…

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  • Gröpelingen und die Logik verfestigter Armut Der Bremer Stadtteil Gröpelingen lebt: Vereine, Moscheen, Märkte, Nachbarschaften. Wer das als Beleg liest, dass Armut hier keinen Bestand hat, dass Menschen arm ankommen, sich hocharbeiten und weiterziehen, der verwechselt soziales Leben mit sozialer Mobilität. Beides kann gleichzeitig existieren. In Gröpelingen existiert es seit Jahrzehnten. Geschichte in langen Linien…

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  • Erbschleicher oder Abwickler?

    Ein alter Streit um Habermas flammt wieder auf Jörg Später, Biograph der Frankfurter Schule, vermerkt im soeben erschienenen Sonderheft der Zeitschrift Philosophie mit leiser Ironie, dass man den Nachhall eines alten Streits noch heute in voller Lautstärke hören könne. Er meint den Graben, der sich spätestens beim Hamburger Adorno-Symposion von 1984 auftat, jener Gegenveranstaltung zur…

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  • Bremen und die Verfestigung der Armut

    Bremen ist noch immer Spitzenreiter. Seit Jahren. Der neue Armutsbericht des Paritätischen ist damit auch ein Armutszeugnis für die Bremer Landespolitik. Er weist für Bremen eine Armutsquote von 27,5 Prozent aus, nach 25,9 Prozent im Vorjahr. Mehr als 194.000 Menschen leben damit unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle. Bundesweit liegt die Quote bei 16,1 Prozent. In Bayern ist…

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  • Faschisierung oder autoritäre Regression?

    Die aktuelle Debatte über Faschismus, Faschisierung und autoritäre Entwicklungen ist von einem eigentümlichen Widerspruch geprägt. Einerseits besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass liberale Demokratien unter Druck geraten, autoritäre Bewegungen erstarken und rechtsextreme Kräfte gesellschaftlich an Einfluss gewinnen. Andererseits herrscht bemerkenswerte Unsicherheit darüber, wie diese Entwicklungen begrifflich zu fassen sind. Faschismus, Postfaschismus, demokratischer Faschismus, autoritärer Kapitalismus, Regression,…

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  • MEMORANDUM 2026

    MEMORANDUM 2026

    Starke Analyse, unvollendete Konsequenz Das MEMORANDUM 2026 der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik greift die herrschende Austeritätspolitik an ihrer verwundbarsten Stelle an. Das ist seine Stärke. In einer Zeit, in der Haushaltskonsolidierung, Deregulierung und der Glaube an selbstheilende Märkte zum unhinterfragten wirtschaftspolitischen Konsens erklärt wurden, liefert es eine faktengestützte Analyse der deutschen Mehrfachkrise und formuliert Gegenentwürfe, die…

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  • Windstriche-Podcast #1: Krise, Migration und das BSW

    Pip: Krise, Kapitalismus, Rechtsruck — und irgendwo dazwischen eine Partei, die sich nach einer Person benennt. Willkommen bei WIND STRICHE. Mara: Manfred Steglich hat in letzter Zeit einige größere Analysen veröffentlicht — über die strukturellen Wurzeln autoritärer Tendenzen, über Migration als Klassenfrage und über das BSW und seine Wählerschaft. Darum geht es heute. Pip: Fangen…

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  • Eine kritische Einordnung aus sozialwissenschaftlicher Perspektive Zur WSI-Studie »Die Wählerschaft des BSW bei der Bundestagswahl 2025« (Emmler/Seikel, WSI Report Nr. 112, April 2026) Der Autor ist Sozialwissenschaftler mit langjähriger Forschungs- und Praxiserfahrung zu Armut, Ungleichheit und städtischer Segregation. Er war Gründungsmitglied des BSW und zwei Jahre lang Landesgeschäftsführer des Bremer Landesverbands. Zum Jahreswechsel 2025/2026 ist…

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  • 98 Meter, die Bremen nicht wollte

    Zum 80. Geburtstag von Daniel Libeskind Manche Städte erkennt man daran, was sie gebaut haben. Bremen erkennt man auch daran, was es verhindert hat. Daniel Libeskind wird heute, am 12. Mai, 80 Jahre alt. Der in Łódź geborene Sohn jüdischer Eltern, die den Holocaust überlebten, hat sein Werk nie von seiner Herkunft getrennt. Architektur als…

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  • Sozialstaatliche Steuerung, Klassenkonflikt und die Grenzen populistischer Vereinnahmung Vorbemerkung Über Migration wird in Deutschland viel gesprochen – selten jedoch auf Grundlage ihrer tatsächlichen Bedingungen. Zwei Deutungsmuster prägen dabei die Debatte: ein moralischer Universalismus einerseits und eine Politik der Ordnung und Begrenzung andererseits. Beide gehen von einer gemeinsamen Grundannahme aus: dass Migration primär als Problem zu…

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  • Organische Krise und autoritäre Gegenwart Die gegenwärtige Krise des Kapitalismus erscheint auf den ersten Blick als Abfolge disparater Erschütterungen: Finanzkrise, Pandemie, Krieg, Inflation und ökologische Zerstörung. In dieser Perspektive wirkt sie fragmentiert. Ihr Zusammenhang bleibt unsichtbar. Seit den 1970er Jahren hat sich jedoch eine historische Konstellation herausgebildet, die sich mit der globalen Finanzkrise von 2008…

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  • Unterversorgung in sozial benachteiligten Quartieren

    Wer im falschen Stadtteil in Bremen lebt, wartet länger – oder vergebens Die Versorgungskrise mit Kinder- und Hausärzten trifft Gröpelingen, Osterholz-Tenever, Hemelingen, Huchting und Woltmershausen – ebenso Bremen-Nord und Bremerhaven. Die Karte der unterversorgten Quartiere deckt sich weitgehend mit der Karte der Armut in Bremen. Wo Langzeitarbeitslosigkeit, prekäre Wohnverhältnisse und geringe Bildungschancen konzentriert sind, bricht…

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  • Die Bremer Innenstadt: Anatomie einer verwalteten Verödung

    Was eine Innenstadt ist, wirkt auf den ersten Blick wie eine triviale Frage. Für die Stadtsoziologie ist sie das Gegenteil: Innenstädte sind Machträume — Orte, an denen soziale, ökonomische und politische Kämpfe um Ressourcen und Teilhabe räumlich ausgetragen werden und darüber entscheiden, welche Interessen sich durchsetzen und welche aus dem Stadtraum gedrängt werden. Der Zustand…

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  • Kantilenen

    Kantilenen

    Scharfer Grund. – Immanuel Kant, der die Vernunft zur Reinheit der Form anhielt, duldete beim Essen keinen unbestimmten Geschmack. Senf, täglich, zu fast allem – als müsste die Welt, um gültig zu sein, erst geschärft werden. Er rührte ihn selbst an. Die Köchin besorgte das Übrige. Darin eine Ordnung: Das Allgemeine wird delegiert, das Entscheidende…

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